Steuern: Neue Entscheidung bei Ausbildungskosten?

Seit Jahren schwelt der Streit um die Frage, wie die Kosten für die erste Berufsausbildung absetzbar sind. Jetzt wird der Bundesfinanzhof sich erneut mit der Frage der Absetzbarkeit befassen (AZ: VI R 8/12).

Die Finanzverwaltung will die Kosten als Sonderausgaben absetzen, der Bundesfinanzhof will sie als Werbungskosten anerkennen. Der Vorteil der richterlichen Sichtweise: Die Kosten können in die Jahre verschoben werden, in denen tatsächlich ein Einkommen erzielt wird, und dort dann Steuern senken. Mit Sonderausgaben ist das nicht möglich.

Der Bundesfinanzhof hat vor allem zwei Fragen zu klären: Ist es möglich, die Ausbildungskosten grundsätzlich vom Werbungskostenabzug auszuschließen, wie der Gesetzgeber es Ende 2011 geregelt hat? Und ist es zudem zulässig, diesen Ausschluss rückwirkend bis ins Jahr 2004 zu regeln?

Erst im Jahr 2011 hatte der BFH entschieden, dass Aufwendungen für das Erststudium oder eine Erstberufsausbildung als vorweggenommene Werbungskosten geltend gemacht werden können. Hiergegen hat der Gesetzgeber einen Riegel vorgeschoben. Danach werden Erstausbildungskosten, wie für eine Lehre oder das Bachelorstudium, bis maximal 4.000 Euro bzw. ab 2012 bis 6.000 Euro lediglich als Sonderausgaben anerkannt. Damit ist es Auszubildenden verwehrt, derartige Kosten über mehrere Jahre ohne Einkommen in Form von Verlustvorträgen anzusammeln.
Betroffene sollten die Revision beim Bundesfinanzhof nutzen, um ihre Steuerbescheide hinsichtlich der Ausbildungskosten offenzuhalten. Im Falle der Änderung des Gesetzes könnten sie von einer positiven Entscheidung profitieren.

Ihr Steuerberater in Mannheim berät Sie gerne über Ihre Möglichkeiten der Berücksichtigung von Aus- und Fortbildung.



Eingestellt am 13.03.2012 von C. Kämmerer-Vogel
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